Der Baustoff Lehm
Wasserlösliche Bindung
Tonminerale geben Lehm seine Bindekraft. Wasser macht das Material plastisch und verarbeitbar, durch Trocknung erhält es seine Festigkeit. Dieser Vorgang ist reversibel: Auch erhärteter Lehm lässt sich durch Wasser wieder anlösen. Damit können Lehmbaustoffe nach dem Rückbau als Ausgangsmaterial für eine erneute Verarbeitung erhalten bleiben. Ein erneuter Brennprozess ist dafür nicht erforderlich. Genau diese Wasserlöslichkeit ist eine wesentliche Voraussetzung für die Kreislaufführung von Lehmbaustoffen.
Der Baustoff Lehm
Aus einem Baustoff kann ein anderer werden
Rückgewonnener Lehm muss nicht zwangsläufig wieder für dasselbe Produkt eingesetzt werden. Je nach Zusammensetzung und Aufbereitung kann er auch Ausgangsmaterial für einen anderen Lehmbaustoff sein. Ein tonreicher Lehm aus zurückgebauten Lehmsteinen lässt sich beispielsweise durch Zugabe von Sand oder geeigneter Körnung zu einem Lehmmörtel aufbereiten. Damit wird Kreislaufführung weniger abhängig davon, ob exakt dasselbe Produkt erneut benötigt wird. Entscheidend ist, dass der Lehm als Rohstoff zurückgewonnen und für eine neue Anwendung aufbereitet werden kann.
Der Baustoff Lehm
Für den Rückbau geplant.
Die Kreislauffähigkeit eines Baustoffs entscheidet sich oft an seiner Verbindung zum nächsten Bauteil. Hier kann Lehm mehr als den eigenen Materialkreislauf schließen: Seine wasserlösliche Bindung ermöglicht es, auch andere Baustoffe beim Rückbau wieder voneinander zu trennen und für eine weitere Nutzung zu erhalten.So lassen sich mit Lehm-Dünnbettmörtel vermauerte Ziegel, Kalksand- oder Porenbetonsteine wieder voneinander lösen. Bei der D22 fire protect ermöglicht die Lehmbindung, den enthaltenen Recycling-Gips nach dem Rückbau wieder zurückzugewinnen. Mit Lehm lassen sich also nicht nur eigene Materialkreisläufe gestalten. Seine reversible Bindung kann auch andere Baustoffe im Kreislauf halten.


