Historisches Fachwerk mit neuem Leben
Das historische Gebäude vereint unterschiedliche traditionelle Bauweisenund natürliche Materialien. Hinter der Boden-Deckelschalung aus Douglasie verbirgt sich ein Fachwerk aus Fichtenholz mit traditionellen Lehmsteingefachen. Weitere Gebäudeteile bestehen aus massivem Eichenfachwerk mit Gefachen aus weichgebrannten Ziegeln, Lehmwickelstaken sowie Holzgeflecht mit Strohlehm. Durch die behutsame Sanierung konnte der ursprüngliche Charakter des Fachwerkhauses erhalten und gleichzeitig moderner Wohnkomfort geschaffen werden.
Natürlich wohnen mit Lehm und Naturbaustoffen
Im Mittelpunkt der Sanierung stand ein gesundes Raumklima durch den Einsatz natürlicher und diffusionsoffener Baustoffe. Besonders Lehm spielt bei der Sanierung historischer Gebäude eine wichtige Rolle. Der natürliche Baustoff kann Feuchtigkeit aufnehmen, speichern und bei Bedarf wieder an die Raumluft abgeben. Dadurch entsteht ein ausgeglichenes und angenehmes Wohnklima ganz ohne technische Unterstützung.
„Wenn Lehm nicht längst ein Geschenk der Natur wäre, hätten wir ihn schon erfunden – kein anderer Baustoff vereint so selbstverständlich gesundes Wohnen und ökologisches Bauen.“
Für die Sanierung wurden rund 20 Big Bags Lehm-Unterputz mit Stroh erdfeucht als Egalisierungsschicht unter der Holzfaserinnendämmung sowie als Unterputz auf Innen- und Außenwänden verarbeitet. Zusätzlich kamen etwa 1.200 kg Lehm-Oberputz fein 06 zum Einsatz. Lehm verbessert nicht nur die Raumluft, sondern bindet Schadstoffe und sorgt durch seine hohe Speichermasse gleichzeitig für einen effektiven sommerlichen Hitzeschutz.
Nachhaltige Dämmung für ein gesundes Zuhause
Auch bei der Dämmung wurde konsequent auf nachhaltige und wohngesunde Materialien gesetzt. Die Nordseite des Hauses erhielt eine vorgehängte, hinterlüftete Holzfassade aus Douglasie mit Jutedämmung. Die übrigen Außenwände wurden mit der ClayTec HFD Holzfaser-Innendämmplatte energetisch optimiert. Zusätzlich wurden die Kellerdecke sowie die oberste Geschossdecke mit Jute gedämmt.
Denkmalschutz und Energieeffizienz im Einklang
Durch die sorgfältige Planung und fachgerechte Umsetzung wurde der Standard „KfW Effizienzhaus Denkmal“ erreicht. Das Sanierungsprojekt zeigt beispielhaft, wie sich Denkmalschutz, Energieeffizienz und gesundes Wohnen miteinander verbinden lassen.
Heute wird das sanierte Fachwerkhaus als Mietobjekt genutzt. Die hohe Nachfrage bestätigt den wachsenden Wunsch nach nachhaltigem Wohnen und natürlichen Baustoffen. Gerade in Zeiten, in denen Menschen den Großteil ihres Lebens in Innenräumen verbringen, gewinnt ein gesundes und schadstoffarmes Wohnumfeld immer mehr an Bedeutung.