ClayTec erhält Bundespreis „Umwelt & Bauen“ für Innovation im zirkulären Mauerwerk
7. Mai 2026
Die Zukunft des Bauens ist zirkulär – und ClayTec gestaltet sie aktiv mit: Für die Entwicklung des Lehm-Dünnbettmörtels wurden wir im Rahmen des renommierten Bundespreises „Umwelt & Bauen“ ausgezeichnet. Die Ehrung erfolgte in der Sonderkategorie „Bauprodukte, bautechnische und digitale Innovationen“ durch das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt in Berlin.
ClayTec Lehm-Dünnbettmörtel ermöglicht erstmals zirkuläres Mauerwerk
Der Lehm-Dünnbettmörtel ermöglicht es erstmals, Mauerwerk zerstörungsfrei zurückzubauen. Während konventionelle Mörtel auf Zementbasis Steine dauerhaft miteinander verkleben, lässt sich die Verbindung hier nach Ende der Gebäudenutzungszeit wieder lösen und der Mörtel rückstandslos entfernen. So bleiben die energieintensiv hergestellten Steine vollständig erhalten und können sortenrein zurückgebaut und erneut eingesetzt werden.
Des Weiteren erlaubt der Lehm-Dünnbettmörtel das effiziente Mauern mit ungebrannten und wiederverwertbaren Lehmziegeln im Dünnbettverfahren, wodurch etwa 30 % der Arbeitszeit im Vergleich zum bislang üblichen Lehmsteinmauerwerk im Dickbettverfahren eingespart werden können.
Bild 1: Auftrag des ClayTec Lehm-Dünnbettmörtels mit Mörtelschlitten, Mörtelrollen oder Auftragswalzen.
Bild 2: ClayTec Lehm-Dünnbettmörtel auf Hochlochziegeln: lösliche Verbindungen im Ziegelmauerwerk schaffen.
„Angesichts von allein 10 Millionen Tonnen Ziegel und Ziegelgemisch, die jedes Jahr an Abfall anfallen und unter erheblichem Ressourcenaufwand hergestellt wurden, ist klar, dass wir so nicht weiterbauen können“, sagt Maximilian Breidenbach, Leitung Produktion und Geschäftsentwicklung bei ClayTec und verantwortlich für die Entwicklung des Lehm-Dünnbettmörtels. „Mit dem Lehm-Dünnbettmörtel schaffen wir die Voraussetzungen dafür, leistungsstarke Plansteine im Materialkreislauf zu halten. Wir freuen uns sehr, dass die Jury des Bundespreis Umwelt & Bauen diese Innovation würdigt und mit ihrer Auszeichnung dem Thema zirkuläres Bauen mehr Sichtbarkeit schenkt.“
„Wir müssen Bauweisen so weiterentwickeln, dass Materialien nach ihrer Nutzung nicht zu Abfall werden“, sagt Peter Breidenbach, Unternehmensgründer und Geschäftsführer von ClayTec. „Lehm bietet dafür konstruktive Vorteile, die sich zunehmend auch im industriellen Maßstab nutzen lassen.“
Einsatzgebiete des ClayTec Lehm-Dünnbettmörtels
Seit Markteinführung des Produkts im Jahr 2024 lassen sich nichttragende Trennwände aus Plansteinen jeglicher Art (zum Beispiel Kalksandstein, Ziegel oder Porenbeton) errichten. Seit 2025 gibt es eine Allgemeine Bauartgenehmigung des DIBt für tragendes Lehmsteinmauerwerk bis einschließlich Gebäudeklasse 5 (Z-17.6-1306) aus Lehmziegeln des Ziegel- und Lehmsteinherstellers GIMA und ClayTec Lehm-Dünnbettmörtel. Seit 2026 besteht eine Allgemeine Bauartgenehmigung des DIBt für tragendes Ziegelmauerwerk mit ClayTec Lehm-Dünnbettmörtel bis einschließlich Gebäudeklasse 4 (Z-17.11-1327).
Bestandteile und Verarbeitung
Der Lehm-Dünnbettmörtel besteht aus Baulehm, anderen mineralischen Primärrohstoffen und Pflanzenfasern. Im Herstellungsprozess benötigt der Lehm-Dünnbettmörtel einen Bruchteil der Herstellungsenergie von zementhaltigen Mörteln. Dabei lässt sich das Produkt verarbeiten wie jeder konventionelle Dünnbettmörtel: Die Trockenmasse wird mit Wasser angerührt und dann mit üblichen Dünnbett-Mörtelschlitten, -Mörtelrollen oder -Auftragswalzen in einer Stärke von 2 Millimetern aufgetragen. Die Fugen härten allein durch Trocknung aus.
Bilder: Anbau der AVA Augsburg: Erstes Gebäude mit tragendem Lehmsteinmauerwerk aus GIMA Lehmziegeln und ClayTec Lehm-Dünnbettmörtel, mit Wandflächenheizung Copyright: Florian Eder/Hand-Werk Marketing GmbH