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Die Villa Sandeldamm in Hanau

Die Villa Sandeldamm in Hanau

Die Villa Sandeldamm in Hanau

Versteckt hinter Büschen und Bäumen, abseits der Blicke von der Straße liegt die Villa Sandeldamm in Hanau. 1889 als Nachverdichtung am historischen Mühltor entstanden, war sie einst von den beiden Stadtgräben begrenzt. Ihre Geschichte ist eng mit der Entwicklung der Stadt verbunden.

Architekt Bastian Völler
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Fotos Stefan Marquardt
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Verarbeiter Adrian Wojnicki

Im Jahr 1945 wurde die Villa durch die Bombardierungen des Zweiten Weltkrieges schwer beschädigt. Besonders das nördliche Dach wurde getroffen. In den Jahrzehnten danach kamen bauliche Veränderungen hinzu, die nicht immer zur ursprünglichen Architektur passten.
Die Aufgabe für Dipl.-Ing. Bastian Völler vom Büro für Architektur und Denkmalpflege: der Villa ihre historischen Proportionen und damit ein Stück ihrer ursprünglichen Seele zurückzugeben. Gleichzeitig sollte das Gebäude auch energetisch fit für die Zukunft werden.

Die Villa ist ein Kulturdenkmal in Mischbauweise: Das Erdgeschoss ist massiv gebaut, das Obergeschoss in Fachwerk ausgeführt. Auch der hölzerne Dachstuhl gehört zur historischen Substanz. Die grenzständige Brandwand auf der Rückseite wurde hingegen von außen gedämmt und neu verputzt.
Die energetische Sanierung umfasst darüber hinaus die Dämmung der Geschossdecken und des Daches, eine Wärmepumpe mit Niedertemperaturheizkörpern sowie die Erneuerung der Elektrik. Ziel war es im Einklang mit den Anforderungen des Denkmals, die Einordnung als KfW-Effizienzhaus zu erhalten.

Da die besonders auffällig gestalteten historischen Fassaden erhalten bleiben sollten, fiel die Wahl auf eine Innendämmung. Zum Einsatz kamen Korkdämm-Platten von Cellco, verklebt mit ClayTec Lehmklebe- und Armiermörtel und anschließend mit rund 2 cm ClayTec Lehm-Unterputz mit Stroh verputzt. ClayTec Lehm-Oberputz fein 06 und ein weißer Anstrich bilden den Abschluss.
Lehm ist dabei ein wichtiger Bestandteil des gesamten Systems und ergänzt die Dämmung durch seine bauphysikalischen Eigenschaften. Er nimmt Luftfeuchtigkeit auf, gibt sie bei Bedarf wieder ab und punktet durch seine hohe thermische Speichermasse auch beim Thema sommerlicher Hitzeschutz.

„Lehm ist Gürtel und Hosenträger für jedes Innendämmsystem. Als Baustoff so gut, dass man fast sagen kann, dass es gar kein Baustoff ist“, sagte Bastian Völler.

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