Nachhaltiger Neubau des DERIX-Campus
Mit dem neuen DERIX Campus erweitert die DERIX-Gruppe ihren bestehenden Standort um ein modernes Bürogebäude mit rund 35 Arbeitsplätzen sowie einer Lagerhalle mit Platz für mehr als 2.000 Kubikmeter Holz. Das Projekt steht konsequent im Zeichen der Kreislaufwirtschaft: Jedes Bauteil, jedes Gewerk und jeder Baustoff wurde anhand der 9R-Strategien hinterfragt. Ist das Bauteil notwendig? Kann es mehrere Funktionen übernehmen? Lässt es sich aus gebrauchten, recycelten oder rücknehmbaren Materialien herstellen?
„Wir sind davon überzeugt, dass zirkuläres Bauen auf Dauer auch wirtschaftliches Bauen bedeutet.“
Markus Steppler, Geschäftsführer DERIX
Low-Tech-Gebäudetechnik mit ClayTec Lehmbauplatten
Aus dieser Haltung heraus entstand ein innovatives Deckensystem, das Materialeffizienz, Raumklima, Schallschutz und Low-Tech-Gebäudetechnik miteinander verbindet. Ausgangspunkt war eine Rippendecke aus Holz, die zur Einsparung von Material geplant wurde. Durch das Umdrehen der Konstruktion entstanden nutzbare Hohlräume, die nun zur Luftführung im Gebäude dienen. So kann auf aufwendige Lüftungskanäle weitgehend verzichtet werden.
In den Hohlräumen der Hohlkastendecke wird zunächst eine 2 cm starke Schicht Schotter eingebracht. Darauf liegt die 2 cm dicke ClayTec Lehmbauplatte schwer D22. Gemeinsam tragen diese Schichten zur Beschwerung der Holzkonstruktion bei, während der Lehm zusätzlich regulierend auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit der vorbeiströmenden Zuluft wirkt. Die vorkonditionierte Zuluft strömt über die Lehmplatten durch die Deckenkonstruktion und gelangt raumweise steuerbar in die Bürobereiche. So entsteht ein natürliches, behagliches Raumklima mit reduzierter Gebäudetechnik.
Der Einsatz der ClayTec Lehmbauplatte folgt dem Low-Tech-Ansatz des Projekts: Statt auf komplexe technische Systeme zu setzen, nutzt DERIX die bauphysikalischen Eigenschaften natürlicher Baustoffe. Lehm bringt Masse in die Holzkonstruktion, unterstützt die akustische Qualität und trägt durch seine feuchteregulierenden Eigenschaften zu einer angenehmen, gesunden Innenraumluft bei.
Wirtschaftlich bauen durch Kreislaufwirtschaft und Materialeffizienz
Dass dieser Ansatz nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich relevant ist, zeigt eine einfache Bierdeckelrechnung der DERIX-Gruppe: Durch konsequentes zirkuläres Bauen, die Wiederverwendung von Materialien und das Hinterfragen konventioneller Lösungen lassen sich beim Campus rund 12 % der Baukosten einsparen. Möglich wird das unter anderem durch Bauteile, die mehrere Funktionen übernehmen, durch den Verzicht auf zusätzliche technische Systeme und durch den Einsatz vorhandener oder bislang anders genutzter Materialien – etwa Ausschusslamellen, die als hochwertige Fassade weiterverwendet werden.
Aktuell entstehen die Trockenbauwände des neuen Campus: Die Holzständerwände werden zweiseitig mit Lehmplatten beplankt und tragen so ebenfalls zu einem angenehmen Raumklima bei. Nach Fertigstellung wird sich zeigen, wie Holz, Lehm, Low-Tech-Gebäudekonzept und zirkuläre Konstruktionsprinzipien im Alltag zusammenspielen.