Als Lehmbau Breidenbach 1984 mit Lehm zu bauen begann waren Kenntnis und Wissen auf dem Stand der unmittelbaren Nachkriegszeit. Seit der Normung 1951 war der Lehmbau im Westdeutschland zum Erliegen gekommen. Andere Baustoffe waren seit dieser Zeit umfassend weiterentwickelt worden.
Ziel war es von Anfang an, den Lehm aus der Nische singulärer Anwendungen durch Handwerker und Bauherren zu holen und ihn in die Strukturen des heutigen Baugewerbes zu integrieren.
Dazu war es wichtig, Lehmbauverfahren zu entwickeln die unter realen Baustellenbedingungen Bestand hatten. Diese kompatiblen Techniken sind in den Claytec-Arbeitsblättern beschrieben.
Für die meisten Lehmbaustoffe mussten Materialdaten erstmalig ermittelt werden. Dies machte eigene Prüfungen zu Wärme-, Schall- und Brandschutzeigenschaften notwendig. So ließ Claytec Schallschutzwerte für Fachwerkwände ermitteln, dazu existierten in der Literatur keinerlei Daten. Es wurden Brandschutzprüfungen von Lehmbauplattenwänden unter Normbedingungen durchgeführt.
Auch spezifische Materialeigenschaften wurden untersucht. So legte Claytec großen Wert auf den Nachweis der Wirkung von Lehmbaustoffen auf die Raumluftfeuchte und auf Geruchsstoffe. Als Pionier für das Bauwesen insgesamt befasste sich das Unternehmen mit mikrobiologischen Aspekten von Lehm- und anderen Naturbaustoffen. Zum hoch aktuellen Thema Innendämmung wurde ein Konzept erstellt, das sich beispielhaft an den anerkannten technischen Regeln ausrichtet. Umwelt-Produktdeklarationen (Environmental Product Declaration, EPD) für Lehmbaustoffe werden folgen.
Zurzeit werden am Deutschen Institut für Normung (DIN) Produktnormen für die wichtigsten Lehmbaustoffe erarbeitet. Claytec ist im Norm-Ausschuss vertreten und war schon an der vorlaufenden Initiative an der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) als Projektpartner zentral beteiligt.
